Nina X (gebundenes Buch)

Roman
ISBN/EAN: 9783737411219
Sprache: Deutsch
Umfang: 320 S.
Format (T/L/B): 3 x 20.5 x 13.5 cm
Lesealter: Lesealter: 14-99 J.
Einband: gebundenes Buch
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Nina X ist die Geschichte einer außergewöhnlichen jungen Frau, die von Geburt an in einer maoistischen Kult-Kommune in 'ideologischer Reinheit' erzogen wird und dann in unsere moderne Welt flieht. Über 20 Jahre lang hat Nina X keine Bücher, keine Spielsachen und keine Privatsphäre. Ihre engste emotionale Beziehung unterhält sie zu den Vögeln vor ihrem Zimmerfenster, wenn sie mutig genug ist, die Gipsplatte zu entfernen, die es verdeckt. Nina hat das kleine Haus in London noch nie verlassen. Sie hat nie ein anderes Kind getroffen. Sie hat keine Mutter und keinen Vater; sondern einen Führer und vier Genossinnen. Der allmächtige Führer nennt sie Das Projekt; sie wird von den 'falschen Göttern des Kapitalismus' und vom 'Kult um das Ich und das Selbst' ferngehalten. Der Führer verlangt von ihr, alles in Notizbüchern festzuhalten, um ihre Gedanken verfolgen zu können; zwingt sie, die Einträge so lange zu überarbeiten und umzuschreiben, bis sie seiner Vorstellung entsprechen. Ihre eigenen Worte werden ausgelöscht, wieder und wieder.Doch das war damals. Jetzt ist Nina in Freiheit, und alle Regeln haben sich verändert. Sie muss sich immer wieder sagen, dass jetzt alles das Gegenteil von dem ist, was sie gelernt hat - und trotzdem ergibt die Welt immer noch keinen Sinn. Ein geheimnisvoller Roman mit einer exzentrischen, unzuverlässigen Protagonistin, die unsere Welt in einem ganz anderen Licht sieht.
Ewan Morrison, geboren 1968, ist ein mehrfach ausgezeichneter schottischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Essayist. Eine unverkennbare Stimme in der britischen Literatur. Jurymitglied des Booker Prize Stuart Kelly bezeichnet ihn als 'sprachgewandtesten und intelligentesten schottischen Schriftsteller seiner Generation'. Er ist der Autor von Tales From The Mall, der Trilogie Swung (Swinger, dt. C. Bertelsmann 2008), Distance und Ménage, des Romans Close Your Eyes und der Sammlung The Last Book You Read and Other Stories. 2006 war er Writer in Residence der UNESCO Edinburgh City of Literature in Varuna. Morrison ist als 'Provokateur' in seinen öffentlichen Reden und journalistischen Arbeiten bekannt. Viele seiner Artikel sind in den führenden Zeitungen Großbritanniens, Italiens und Deutschlands erschienen. Morrisons Essays sind dafür bekannt, sich rasend schnell zu verbreiten. Nina X ist sein siebtes und ambitioniertestes Buch. # Christian Lux, geboren 1978 in Essen, studierte Buchwissenschaft und Literatur, danach Herausgeber, Übersetzer und Verleger. Seit Jahren betätigt er sich als Vermittler angloamerikanischer Literatur.
Ninas Ursprung Ob Sie es glauben oder nicht, Nina X nahm ihren Anfang damit, dass ich einen Science-Fiction-Roman schreiben wollte, der auf einer abgelegenen Insel spielt, bevölkert von einer Sekte, deren Mitglieder sich mit Human Engineering beschäftigten, die sich mit Human Engineering beschäftigte. Die Sekte war der Meinung, dass sie die alte Welt und alle 'kontaminierten' Wörter auslöschen könnte. Sie hatte vor, das Wort 'Ich' abzuschaffen, da die Mitglieder glaubten, so jede Form der Selbstsucht überwinden und eine perfekte Generation von Kindern hervorbringen zu können. Ich schrieb daran, als ich einen Artikel über ein maoistisches Kollektiv in London entdeckte, das eine Frau von Geburt an, ihr Leben lang, gefangen gehalten hatte. Die Parallele zu meinem Buch über die 'Insel des Ich' war bemerkenswert. Ich entdeckte noch vier weitere maoistische Gruppen in den USA und Europa, die sich zu Sekten entwickelt hatten, und deren Geschichten sehr ähnlich waren. Ich entschied mich dazu, meine mit Linguistik experimentierende Inselsekte in eine moderne Stadt zu versetzen und meinen eigenen Hintergrund als ehemaliger Kommunist (ich war in den späten 80ern Mitglied der trotzkistischen Vereinigung SWP) heranzuziehen, um eine kommunistisch-linguistische Sekte von Grund aufzu erfinden. Daraus hat sich Nina entwickelt. Ich hatte keine Vorstellung davon, dass ein Kind, dem das Wort 'Ich' entsagt wurde, sich so verschieden von uns anderen entwickeln würde. In vielerlei Hinsicht ist Nina wie ein moderner Kaspar Hauser. Sekten und die 70er Mein letzter Roman 'Close Your Eyes' drehte sich um eine New Age-Sekte in den entlegenen schottischen Highlands. Als Inspiration diente mir meine eigene Kindheitserfahrung als Sohn von Hippie-Eltern im hohen Norden, weit weg von den korrumpierenden Einflüssen moderner Zivilisation.Meine Schwester und ich waren eine Art fehlgeschlagenes Experiment einer utopischen Form des Social Engineering. 1979 nahm das politische Engagement meines Vaters eine falsche Richtung, das war etwa zur Zeit des Patty Hearst Vorfalls und der RAF.Er wurde Teil der SNLA, einer nationalistischen Bewegung, die Briefbomben an britische Regierungsvertreter verschickte. Mir war seit meiner Kindheit bewusst, wie leicht Idealismus in Extremismus umschlagen kann; wie das Streben nach ideologischer Reinheit zu Paranoia und Gewalt führen kann. Dieses Motiv von Idealisten, die zu Monstern werden und unabsichtlich ihre Kinder verletzen, ist für mich ein Kernthema, nicht nur als Autor, sondern auch als Erwachsener und als Vater. Die Entdeckung Ninas Nina X ist der Versuch, die Ideale meiner Eltern ins Extrem zu führen; das soziale Experiment so weit wie möglich weiterzuspinnen - mit einem Kind, dessen Sprache und Verhalten von ihren Genossen überwacht und verändert wird, und das zu jeder Zeit, mit dem Ziel ideologische Reinheit zu erreichen. Nina muss all ihre Selbstkritik in einem Tagebuch verinnerlichen und alle von ihr verwendeten 'problematischen' Wörter müssen ausradiert werden. Nina hat eigentlich keine Chance, aber zu meiner Überraschung entwickelte Nina beim Schreiben ein Eigenleben und wurde zu einer Figur, die mir ans Herz wuchs. Ich stellte fest, dass Nina immens neugierig ist, dass sie altklug und frech und durchaus in der Lage ist, Erwachsene zu manipulieren. Erstaunlich war ihre Resilienz in einer Sekte, die jede ihrer Bewegungen und jedes Wort überwachte, in der sie maoistischer Selbstkritik und Gruppenprügel ausgesetzt war, und dass sie das alles dennoch überlebte. Folgeschäden Erst als Nina im Roman frei wird und mit 28 in unsere heutige Welt eintaucht, wurde mir klar, wie schwerwiegend Ninas psychische Schäden in Wirklichkeit sein mussten. Wie das ständige Ausradieren des 'Ichs' sogar zu neurologischen Schäden geführt haben könnte. Sie wird von einem querdenkenden, überlebenden Kind im Kollektiv zu einer verängstigten Erwachsenen in einer Welt, die sie weder verstehen, noch bewältigen kann; Autos machen ihr Angst; sie glaubt